Ein Leben unter Nordlichtern

Ein Leben unter Nordlichtern

Dort zu leben, wo andere Menschen für viel Geld Urlaub machen, ist ein Privileg. Wir sehen diese Möglichkeit als ein Geschenk an. Ein Geschenk, an dem wir uns täglich auf's Neue erfreuen. Dich möchten wir gern ein wenig an unserer Freude und Dankbarkeit teilhaben lassen.

Aber es ist tatsächlich nicht nur das Leben unter Nordlichtern, welches uns viel Freude macht. Wir freuen uns auch darüber, im Alltag der Natur nahe zu sein, und hautnah den Wechsel der Jahreszeiten mitzuerleben.

Um das zu verstehen, ist es wichtig, zu wissen, dass wir Stadtmenschen sind, und aus der Großstadt Hamburg stammen. Und obwohl wir dort am Rande der Stadt, ebenfalls landnah wohnen, sind die Erfahrungen von dort nicht mit den hiesigen vergleichbar.

Hier in Schweden leben wir "Irgendwo im Nirgendwo", wie wir gern sagen.

Unser Dörfchen hat um die 80 Einwohner. Im Sommer sind es ein wenig mehr, da hier auch einige Menschen ihre Ferienhäuser haben, welche sie nur im Sommer aufsuchen. Da steigt doch die Einwohnerzahl gleich kräftig, vielleicht so um 25 % an. Dann hätten wir vorübergehend ganze 100 Einwohner.

Das merkt man dann auch direkt, da dann plötzlich viele Autos hin und her fahren. Im Winter hingegen sieht und hört man kaum ein Auto. Und das nicht nur, weil der Schnee alle Geräusche schluckt, sondern weil einfach niemand das Bedürfnis hat, sich draussen aufzuhalten.

Unser Dorf zieht sich im Winter zurück. Das Leben findet bei extremen Temperaturen, hauptsächlich drinnen statt. Man bleibt unter sich. Ganz in Familie.

So ist es auch im Augenblick (Anfang Januar 2026), wo wir uns ganz allein auf der Erde fühlen, denn wir haben seit Tagen Temperaturen von ca. Minus 35 Grad. Infolgedessen sieht man keinen Menschen.

Während es in Deutschland und Süd- und Mittelschweden ohne Ende schneit, bleibt uns der Schnee fern. Deswegen sieht man noch nicht einmal die Personen, die normalerweise mit ihren großen Gerätschaften Schnee schieben. Es ist eisig, aber fast jeden Tag sonnig.


Bis zum Supermarkt in der nächsten Stadt, sind es ca. 15 Minuten. Mit dem Auto natürlich, denn ohne Auto geht hier oben gar nichts. Man kauft also ein. Mehr nicht. Einige Dorfbewohner gehen ihren Tätigkeiten im Beruf nach. Die meisten jedoch bleiben daheim. Unser Dorf ist überaltert und alt geworden. Die Zeiten der Dorfschule sind endgültig vorbei.

Unsere Kreisstadt (die mit den Supermärkten) hat um die 5000 Einwohner, mit uns, und den anderen kleinen Dörfern rundherum um die 8000 Einwohner.

Du siehst, wir leben wirklich auf dem Lande. Dort, wo sich Rotwild und Rentiere "gute Nacht" sagen.

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